Der Mann fürs Gefährliche: Gefahrstoff-Experte Dr. Hans-Albert Beul im Interview (Teil 1)

16 Mai

Seit Anfang der 1990er Jahre hat er mit dem Management von Gefahrstoffen zu tun, 2004 gründete er die Prosisoft GmbH, die dafür integrierte Softwarelösungen auf Microsoft Dynamics NAV-Basis entwickelt: Dr. Hans-Albert Beul ist einer der Experten für dieses Thema in Deutschland. In diesem Interview erläutert er, warum Unternehmen sich nicht auf Stift und Papier verlassen sollten, wenn sie ihre Gefahrstoffe im Griff behalten wollen, warum selbst für Gefahrstoff-Experten die Datenflut ein Problem ist und wie softwareseitige Ansätze dabei helfen, dass Gefahrstoffe nicht zur Gefahr für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens werden.

Live können Sie Dr. Hans-Albert Beul und seine integrierte Gefahrstoffmanagement-Lösung bei seinem Online-Seminar am 22. Mai 2012 um 10.00 Uhr kennenlernen.  Weitere Informationen und Anmeldung hier.

Herr Dr. Beul, warum braucht man ein „System für das Gefahrstoffmanagement“?

Etwa Ende der 1980er Jahre hat man begonnen über Möglichkeiten nachzudenken, Stoffe, Rohstoffe, Zwischenfabrikate und Produkte so zu beschreiben, dass in einer strukturierten Form die Informationen dargestellt werden und möglichst rasch dem Leser einen Eindruck geben sollten, was mit dem Stoff los ist. Aus diesen Überlegungen entstand dann das EU-Sicherheitsdatenblatt, das in 16 Kapiteln zu unterschiedlichen Bereichen Auskunft über den Stoff geben soll. Somit war das SDB ein Kommunikationsmedium, das es einem Lieferanten ermöglichte, seinen Kunden folgende Informationen mitzuteilen: Wie gefährlich ist das Produkt? Was muss ich beim Umgang beachten? Wie muss oder darf ich es lagern? Wie ist das Produkt gegebenenfalls zu entsorgen? Wie muss ich einen Transport kennzeichnen, damit im Falle eines Problems – beispielsweise bei einem Unfall – die Helfer rasch wissen, auf was sie zu achten haben?

Dann könnte es doch ausreichen, das auf ein Blatt Papier zu schreiben und mitzuschicken?

Das würde natürlich auch gehen. Und in der Tat: Es gibt nicht wenige Firmen, die ihre SDBs noch auf diese Art und Weise erstellen, zwar in der vorgegebenen Form, also 16 Kapitel, vielleicht noch die üblichen Daten wie Symbole, R-Sätze und Sicherheitsratschläge, mittlerweile auch die entsprechenden GHS-Kennzeichnungselemente, in der veröffentlichten Diktion schreiben, sich ansonsten aber Texte ausdenken. Erschwerend hinzu käme dann noch der Aufwand, jedes Dokument je nach Land, in das ein Produkt geliefert wird, in die entsprechende Amtssprache zu übersetzen. Außerdem müssen gegebenenfalls noch regionale inhaltliche Besonderheiten berücksichtigt werden, z. B. nationale Arbeitsplatzgrenzwerte. Bei einer größeren Zahl von Produkten, insbesondere wenn es sich um Gemische handelt, gerät diese Methode schnell an ihre Grenzen.

Welche Möglichkeiten, dies anders oder gar besser zu machen, gibt es?

Nachdem Ende der 1980er die ersten Systeme auf den Markt kamen, musste natürlich darüber nachgedacht werden, neben dem Erfassen von Messwerten, Grenzwerten etc. auch Textaussagen zu vereinheitlichen, auch vor dem Hintergrund der raschen Wiedererkennbarkeit und Vereinheitlichung der Aussagen. […] Es gibt eine Arbeitsgruppe beim BDI bzw. dem europäischen Dachverband Business Europe, die einen einheitlichen Phrasenbestand mit einheitlichen allgemeingültigen Schlüsseln veröffentlicht und weiterpflegt, den Europäischen Phrasenkatalog, kurz: EuPhraC. […] Wir haben uns entschieden, diesen Weg mitzugehen und auch den EuPhraC in unser Gefahrstoffmanagement-System GSM wahlweise einzubinden. Denn es kommt aktuell noch folgende wichtige Entwicklung hinzu: Für die künftigen „Erweiterten SDBs“, in denen die Expositionsszenarien für Stoffe und Gemische aufgeführt werden müssen, kommen weitere neue Phrasen hinzu. […]

Fortsetzung folgt.

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